Warum werden Kinder mit ADHS, LRS oder Dyskalkulie so oft auf Förderschulen „abgeschoben“?

Kinder mit Lern- oder Entwicklungsstörungen landen häufig nicht wegen mangelnder Intelligenz auf Förderschulen, sondern aufgrund struktureller Defizite im Bildungssystem.

1. Mangel an schulischen Ressourcen

  • Überlastung der Lehrkräfte
  • Fehlende Fortbildungen zu Lernstörungen
  • Kein systematischer Förderunterricht für LRS oder Dyskalkulie
  • Unzureichende Umsetzung von Nachteilsausgleichen

2. Überforderung und Schutzmechanismen

  • Kinder mit ADHS werden oft als „Störenfriede“ erlebt
  • Kinder mit LRS/Dyskalkulie ziehen sich zurück oder verweigern Aufgaben
  • Schulen reagieren leider oft mit Auslagerung statt Integration

3. Systemlogik und Etikettierung

  • Förderbedarf wird als Voraussetzung für Hilfe gesehen
  • Diagnosen führen zu Zuweisung in Förderschwerpunkte
  • Förderschulen dienen als Entlastung für das System

4. Eltern unter Druck

  • Eltern stimmen dem Wechsel oft nicht freiwillig zu
  • Sie hoffen auf kleinere Klassen und mehr Förderung
  • Oft besteht das Gefühl: „Es bleibt keine andere Wahl“

5. Stigmatisierung und Benachteiligung

  • Kinder gelten als „nicht tragbar“ für die Regelklasse
  • Förderschulen bedeuten soziale Trennung
  • Inklusion ist gesetzlich gewünscht, aber nicht flächendeckend umgesetzt

Fazit

Kinder mit ADHS, LRS oder Dyskalkulie brauchen keine Ausgrenzung, sondern gezielte Unterstützung. Der Weg zur Förderschule ist oft das Ergebnis systemischer Schwächen – nicht persönlicher Unfähigkeit. Ein inklusives Schulsystem mit passenden Ressourcen wäre die bessere Antwort.