Gibt es Medikamente für ADHS, LRS und Dyskalkulie?

ADHS

  • Ja, medikamentöse Behandlung möglich

Häufig eingesetzte Wirkstoffe

  • Methylphenidat (z. B. Ritalin®, Medikinet®)
  • Lisdexamfetamin (z. B. Elvanse®)
  • Atomoxetin (Strattera®)
  • Guanfacin (Intuniv®)
  • Wirken auf Dopamin- und Noradrenalin-Systeme im Gehirn
  • Ziel: Verbesserung von Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Konzentration
  • Medikamente wirken symptomatisch, nicht heilend
  • Bestandteil einer multimodalen Therapie (nicht alleinige Maßnahme)
  • Nur auf ärztliche Verordnung und unter regelmäßiger Kontrolle

LRS

  • Keine medikamentöse Behandlung möglich
  • Neurobiologisch bedingte Störung der Sprachverarbeitung

Behandlung erfolgt durch

  • Lerntherapie
  • Nachteilsausgleich in der Schule
  • Psychologische Unterstützung bei Selbstwertproblemen

Dyskalkulie

  • Keine Medikamente verfügbar
  • Betrifft das Verständnis von Zahlen, Mengen und Rechenstrategien

Behandlung ausschließlich durch

  • Spezialisierte Förderung
  • Lernstrategien und Strukturhilfen
  • Nachteilsausgleich bei schulischer Leistungsbewertung

Fazit

Störung Medikamente möglich? Behandlungsschwerpunkt
ADHS Ja Stimulanzien, multimodale Therapie
LRS Nein Lerntherapie, Förderung, Coaching
Dyskalkulie Nein Lerntherapie, Strukturierung

Nur bei ADHS stehen Medikamente zur Verfügung – und auch dort nur als Teil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts. LRS und Dyskalkulie werden lerntherapeutisch behandelt.