Grundsatz
ADHS, LRS und Dyskalkulie sind keine Zeichen von mangelnder Intelligenz. Kinder mit diesen Störungen können durchschnittlich oder sogar hochbegabt sein.
1. LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche)
- Eine Teilleistungsstörung unabhängig vom IQ
- Viele Kinder mit LRS haben hohe sprachliche oder kreative Fähigkeiten
- Früher wurde eine IQ-Diskrepanz zur Diagnose herangezogen – heute überholt
- Diagnose möglich auch bei durchschnittlicher Intelligenz und isolierter Schwäche im Lesen/Schreiben
2. Dyskalkulie (Rechenschwäche)
- Rechenprobleme treten unabhängig von der allgemeinen Intelligenz auf
- Gute Leistungen in anderen Bereichen (Sprache, Musik, Kunst) möglich
- Keine Lernbehinderung, sondern eine isolierte Störung der mathematischen Verarbeitung
3. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
- Kommt in allen Intelligenzbereichen vor
- Viele betroffene Kinder sind kreativ, ideenreich, blitzschnell denkend
- Leistungsprobleme entstehen durch Aufmerksamkeitsdefizite, nicht durch mangelndes Können
- Hochbegabte Kinder mit ADHS gelten oft als „Underachiever“
Zusammenfassungstabelle
| Störung | Zusammenhang zur Intelligenz |
|---|---|
| LRS | unabhängig; tritt bei normaler bis hoher Intelligenz auf |
| Dyskalkulie | unabhängig; Teilleistungsstörung, keine Lernbehinderung |
| ADHS | unabhängig; betrifft Aufmerksamkeit, nicht Intellekt |
Fazit
Kinder mit ADHS, LRS oder Dyskalkulie sind nicht weniger intelligent. Sie benötigen gezielte Förderung, die ihren individuellen Stärken und Schwächen gerecht wird. Hohe Intelligenz kann Schwierigkeiten kompensieren, aber auch dazu führen, dass Störungen erst spät erkannt werden.
