Wie können Eltern und Lehrkräfte ADHS, Dyskalkulie oder LRS erkennen?

Frühzeitiges Erkennen von Lernstörungen ist entscheidend. Eltern und Lehrkräfte spielen eine zentrale Rolle bei der Beobachtung und Einleitung von Fördermaßnahmen.

1. ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Unaufmerksamkeit

  • Kind wirkt zerstreut, hört nicht zu, verliert Dinge
  • Schwierigkeiten beim Organisieren von Aufgaben

Hyperaktivität

  • Zappeln, ständiges Aufstehen, Rededrang

Impulsivität

  • Platzt mit Antworten heraus, unterbricht andere

Beobachtbar durch

  • Konzentrationsprobleme bei Hausaufgaben
  • Wutausbrüche, geringe Selbstkontrolle

2. Dyskalkulie – Rechenschwäche

Frühe Anzeichen

  • Kein Mengenverständnis, unsicheres Zählen
  • Fingerzählen bleibt lange bestehen

In der Schule

  • Rechenzeichen werden verwechselt
  • Kein Verständnis für Rechenwege oder Zahlenräume
  • Schwierigkeiten mit Textaufgaben, Uhrzeit, Geld

3. LRS – Lese-Rechtschreib-Schwäche

Lesen

  • Langsam, stockend, auslassend
  • Geringes Textverständnis trotz Lesefluss

Schreiben

  • Viele Rechtschreibfehler
  • Verwechslung von Buchstaben (b/d, ei/ie)
  • Keine Regelanwendung trotz Übung

Verhalten

  • Vermeidung von Lesen/Schreiben
  • Frustration, Schulangst, geringes Selbstbild

Was tun bei Verdacht auf ADHS, Dyskalkulie oder LRS?

Eltern

  • Gespräch mit Lehrkraft oder Schulsozialarbeit
  • Dokumentation und Beobachtungen sammeln
  • Kontakt zu Schulpsycholog:innen oder Lerntherapie
  • Diagnostik bei Facharzt oder SPZ

Lehrkräfte

  • Auffälligkeiten dokumentieren
  • Eltern informieren
  • Binnendifferenzierung anbieten
  • Schulinterne Fördermaßnahmen einleiten

Fazit

Bei anhaltenden Lern- oder Verhaltensauffälligkeiten ist eine fachliche Abklärung wichtig. Frühzeitige Unterstützung verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Schullaufbahn und stärkt das Selbstvertrauen des Kindes.